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eifam heute...Mitglieder erzählen

Hier geht es wieder zurück zum Thema Geschichte des Vereins eifam.

Ruth (Khasham-) Scholer
Ruth (Khasham-) Scholer, Mitglied seit 1987, ist alleinerziehende Mutter dreier Kinder, damals 2-, 4 und 6jährig. Von 1988 - 2001 arbeitete sie im Vorstand mit.

Ich erinnere mich noch sehr gut an jene Zeit, als ich mit meinen drei kleinen Kindern alleine dastand. Viele Fragen plagten mich: Wie meistere ich den Alltag mit meinen Kindern? Wie stehe ich alle Gerichtstermine durch, wie lerne ich mich dort für mich und meine Kinder zu wehren? Wie begegne ich meinem Ex Mann, wenn er die Kinder zu Besuch holt? Wie schaffe ich für mich einen kleinen Freiraum, in dem ich wieder auftanken kann?

Durch eine Freundin lernte ich den Verein alleinerziehender Mütter und Väter kennen. Dort traf ich andere Frauen und einige wenige Männer, die mit gleichen und ähnlichen Problemen konfrontiert waren. Andere hatten diesen schwierigen Lebensabschnitt schon hinter sich und halfen mir in vielen Diskussionen, mehr Klarheit in die eigene Situation zu bringen. Und so lernte ich, mein Leben wieder positiv anzugehen und aus meiner Krise herauszufinden.

Damals haben sich Freundschaften gebildet, die bis heute bestehen und die ein wichtiger Teil meines Lebens sind.

Während 13 Jahren arbeitete ich aktiv im Vorstand mit, als Vorstandsmitglied und als Präsidentin. Ich engagierte mich "querbeet" im ganzen Verein, in der Mitgliederbetreuung, im Organisieren von Weekends und Lagern, in der jahrelangen Redaktion und Gestaltung des Programmheftes, in der Öffentlichkeitsarbeit, in der Mitgliederverwaltung und der Buchhaltung, in der Organisation des Festes "20 Jahre eifam" und im Leiten von Sitzungen.

Es war viel Arbeit, manchmal zu viel, sie brachte mir, neben wertvollen Kontakten in der politischen und sozialen Welt der Region, viel Befriedigung, besonders dann, wenn ein grosser Einsatz zum Erfolg führte. Höhepunkte, die ich nie vergessen werde, waren ein Live Auftritt in der "Nachtschicht" (Fernsehen DRS) 1993, die Rettung der Schuh- und Kleidergutscheine in Basel Stadt 1998/99, verschiedene Lager in Venedig und natürlich unser 20 Jahre Fest am 2. September 2000.

Allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern danke ich ganz herzlich für die Freundschaft und die Mithilfe während all dieser Jahre!

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Monique Gerber
Monique Gerber, Mitglied seit 1994, war alleinerziehende Mutter einer heute erwachsenen Tochter und einem Pflegesohn, 1994 - 2000 arbeitete sie im Vorstand mit.

Mein Weg zur eifam begann, als ich schon verheiratet war. Ich lernte Ruth K. durch unsere Kinder in der Primarschule kennen. Sie erzählte mir von eifam, und was der Verein alles schon in Bewegung gesetzt hatten. Für mich war schnell klar, dass ich in diesem Verein mitarbeiten möchte. Erinnerungen kamen in mir hoch, wie ich als Alleinerziehende mit einem 100%-Pensum und den Problemen fertig werden musste: Kind krank, keine optimale Tagesbetreuung, schlechtes Gewissen, überfordert beim Versuch, allen gerecht zu werden.

Meine Mitarbeit im Verein und Vorstand sah ich im Zupacken, wenn Not an der Frau und Handeln gefragt war. So war ich mit dabei, als der Verein mit Erfolg Anstrengungen unternahm, das Kindernest Gundeli und die Kleidergutschein in Basel Stadt zu retten. Beim Aufbau der "Begleiteten Besuchstagen BL" arbeitete ich als Vertreterin der eifam in der Trägerschaft mit.

eifam hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Die Mitgliederzahlen stiegen stark an. Da die Bedürfnisse der Frauen und Männer sich im Laufe der Zeit veränderten, werden die eifam-Anlässe und -Angebote aber weniger genutzt. Auch Vorstandsmitglieder zu finden wird immer schwieriger. Es zeigt sich, dass der Verein sich im Umbruch befindet. Es ist eine schwierige, aber auch wichtige Zeit: es bedeutet, Altes loslassen und Neues ausprobieren.

Für eifam heisst es heute politisch vermehrt aktiv zu sein. Ich sehe dies vor allem im Engagement zur Schaffung neuer guter Kinderbetreuungsplätzen und zur Verbesserung der Alimentenbevorschussung (Erhöhung der Berechnungsgrundlage und Bevorschussung von Frauenalimente). Auch Teilzeitarbeit, "Arbeit auf Abruf", die schlimmste Form eines Arbeitsverhältnisses, und die genügende berufliche Vorsorge (Pensionskasse) von Alleinerziehenden ist nach wie vor aktuell.

Die Einelternfamilien sind noch in Vielem benachteiligt. Für deren Anliegen muss sich die eifam auch weiterhin mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln einsetzen.

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Margrit Jungen
Die Seiltänzerin, Doris Berger, Mitglied seit 1998
(Sequenz aus dem Leben einer Alleinerziehenden im Basel des Jahres 2000)

Jetzt ist mir tatsächlich passiert, dass ich bei einer Wohngenossenschaft abgewiesen wurde, obwohl keine "passenden" sprich: verheirateten InteressentInnen zur Wahl gestanden haben. Ich kann es heute, Tage danach, noch immer kaum fassen. Diskriminierung gehört anscheinend noch immer zum ganz normalen Ablauf. Wohl seien bereits Alleinerziehende berücksichtigt worden, versichert mir der Vorstandspräsident, doch das zugelassene Kontingent sei schon bei Weitem überschritten worden. Die Statuten, die Statuten...Pech gehabt?!

Ich hätte monatlich Fr. 400.- Mietkosten sparen können (allein bei diesem Gedanken könnte ich in Tränen ausbrechen). Ich hätte eine neue Einbauküche mit Geschirrspülmaschine gehabt (im Gegensatz zum Steingutspültrog und des selbst gekauften Kühlschranks und Gasherds). Hinter dem Haus wäre ein eigenes Stück Garten zur Verfügung gestanden! Der kurze Weg zu Kindergarten und Schule wäre absolut ungefährlich begehbar gewesen.

Untendran, im Parterre, wäre eine gute Bekannte mit einem gleichaltrigen Mädchen wohnhaft. Zu schön, um wahr zu sein? In der Tat! Meine Enttäuschung ist gross, die Verletzung ist tief. Seit der Geburt meiner Tochter im September 1998 lebe ich von der Fürsorge und hätte ohne finanzielle Unterstützung seitens meiner Eltern mit einem aktuellen Mietzins von Fr. 1'100.-- niemals überleben können. Die finanziell komplett eingeschränkten Möglichkeiten haben die Auseinandersetzung mit dem Muttersein, dem Verlassenwerden und dem Alleinsein zu einer Gratwanderung werden lassen. Jetzt habe ich die Nase voll vom ewigen Balanceakt und suche mir wieder eine Arbeit. Um finanziell unabhängig zu werden, muss ich einen 80%-Job annehmen.

Gott sei Dank habe ich drei Ausbildungen abgeschlossen, die mir einen gewissen Spielraum ermöglichen, wenn sich auch der Status "alleinerziehend" nicht gerade fördernd auf die Stellensuche auswirkt (...die wird bestimmt oft am Arbeitsplatz fehlen, ...warum ist so eine junge gutaussehende Frau wohl alleinerziehend? ...die kommt nur wegen dem ?Stutz?, ...die war zwei Jahre lang nur Hausfrau, was kann sie wohl noch?) Meine Tochter wird 4 Tage in der Woche inskünftig ohne mich auskommen müssen. Diese Veränderung mag ja auch ihr Positives haben. Ist sie mir nicht unzählige Male fürchterlich auf den Keks gegangen, wenn ich wieder mal Stress mit mir hatte. Bin ich nicht blitzartig aufgeblüht, wenn sie bei Oma und Opa geschlafen hat. Die staatlichen Kinderbetreuungsinstitutionen winken ab, "240 Kinder auf der Warteliste, vergessen Sie es!". Die privaten Krippen oder Heime weisen noch freie Plätze auf. Jedoch sind sie so teuer, dass ich mich schon wieder rechnen sehe, wie eh und je...

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Anette Fabritius
Annette Fabritius, Mitglied seit 1999, ist alleinerziehende Mutter einer Tochter, 3jährig.
1999/2000 arbeitete sie im Vorstand mit

Wann immer sich eine Gelegenheit bietet, erzähle ich allen Leuten wie gut es meiner kleinen Lea in der Krippe gefällt (seit dem 4. Lebensmonat 4 Wochentage dort), um Vorurteile abzubauen - Diese Entlastung macht eine zufriedene Mutter aus mir, die gerne berufstätig ist. Immer mehr Frauen wollen nach der Geburt, wie auch ich, weiterarbeiten. Oder Männer wollen auf Teilzeit reduzieren. Hierfür müssen wir noch mehr öffentliches Selbstverständnis und noch mehr Betreuungsinfrastruktur schaffen, wie anderorts!

Die letzten 3 Jahre, in der ich eine Kaderfunktion bei Coop Schweiz ausübte, stellte ich fest, dass von Seiten meiner Vorgesetzten meine Doppelbelastung mit Kleinkind keinesfalls berücksichtigt wurde, auch nicht bei Tagungen bis nachts 23 Uhr. Volle Leistung und überdurchschnittliches Engagement wurden erwartet. Jedoch durfte ich in organisatorisch schwierigen oder überraschenden Situationen (z.B. bei Krankheit meiner Lea) Verständnis und interessanterweise sogar Hilfe von drei älteren Mitarbeiterinnen erwarten – Frauensolidarität, von Frauen über 50 !?!

Auf eifam wurde ich über eine Arbeitskollegin aufmerksam. Ich trat dem Verein bei, um mich mit Leuten in ähnlicher Situation auszutauschen. Dadurch konnte ich die Trennung und alle daraus entstandenen Schwierigkeiten besser verarbeiten und lösen. Auch Gespräche mit Wochenend-/Teilzeitvätern haben mir sehr viel gebracht, um meinen Ex-Mann besser zu verstehen.

Ich bin dem Vorstand beigetreten, weil ich eine Chance sehe, durch Öffentlichkeitsarbeit und konkrete Projekte die Situation von Einelternfamilien und ähnlichen Familienformen zu verbessern. Die Zukunft des Vereines wünschte ich mir nicht nur vorrangig als Lobby für Alleinerziehende. Alle Mitglieder/innen sollten sich in gleicher Weise gefördert und vom Vorstand vertreten fühlen können.

Sicherlich können sich viele Patchworkeltern (z.B. Alleinerziehende, die mit neuen Partnern zusammen sind) und Wochenend-/Teilzeitväter etc. zu wenig mit dem Verein identifizieren, wenn es heisst, ihr habt auch Platz in unserem Verein, aber hauptsächlich geht es um die Förderung der Alleinerziehenden. Gerade Leute mit partnerschaftlicher Entlastung oder ohne ständige Doppelbelastung haben mehr Kraftreserven, sich zu engagieren. Letztendlich haben wir alle ein gemeinsames Ziel: das Wohl unserer Kinder und den Austausch mit Gleichgesinnten. Zum Teil haben Männer und Frauen unterschiedliche Ziele und Bedürfnisse, aber auch gemeinsame! Es wäre schön, wenn dies alle Mitglieder/innen akzeptieren und "aushalten" könnten.

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Anita
Anita, Mitglied seit September 1999, ist alleinerziehende Mutter dreier kleiner Kinder.

Alleinerziehend zu sein, war für mich kein Thema, bis ich dann mit meinen drei kleinen Kindern alleine dastand. Als ich dem Verein beitrat, hatte ich Angst davor und war unsicher.

Am Neumitgliedernachmittag stiess ich auf grosses Verständnis und habe mit den anderen Frauen Verbundenheit in der Situation gefunden. Wir hatten gute Gespräche und Begegnungen, die mir Sicherheit und Bestätigung brachten. Ich kann mir vorstellen, dass ich in Zukunft einmal im Vorstand mitarbeiten will, wenn ich mehr Abstand zu meinen heutigen Problemen habe (bevorstehende Scheidung).

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Rita Hagmann
Rita Hagmann, Mitglied seit 1997, ist alleinerziehende Mutter eines heute 3jährigen Sohnes.

Der Beitritt in den Verein eifam war für mich eine Art äussere Zeichensetzung in der Phase endgültiger Desillusionierung über die Beziehung zum Vater des Kindes. In der Folge meldete ich mich bei Gudrun Homberger zur Teilnahme bei ihrer Frauengruppe an. Hier fand ich Verständnis und Unterstützung bei Schicksalsgenossinnen.

Das finde ich für die Akutphase eine sehr positive Sache. Ich schätze auch, dass es Fachleute gibt als Ansprechpersonen, die die Situation aus eigenem Erleben kennen. Ob es dazu aber einen eigenen Verein braucht, weiss ich nicht, stelle es aber in Frage. Ich kann mir vorstellen, dass die Familien- und Erziehungsberatung diese Bedürfnisse auch abdecken könnte. Wir benutzen diese schon und finden es gut.

Ich lebte nie mit dem Vater des Kindes zusammen. Dessen Eltern sicherten uns ihre Unterstützung zu. Die "Schwiegermutter" half mir in der ersten Zeit im Haushalt, oder sie spazierte mit ihrem Enkel in der Stillpause. An einem Vormittag der Woche organisierte ich mit einer anderen Alleinerziehenden einen Abtausch. Als ich wieder wenige Stunden arbeitete, waren es wieder die Schwiegermutter und auch der Vater des Kindes, die die Betreuung übernahmen. Seit Januar dieses Jahres besucht mein Sohn den Halbtageskindergarten im Quartier. Ab und zu sind die Schwiegereltern im Einsatz, die meiste Zeit wird aber durch den Kindergarten und dem Vater des Kindes abgedeckt. Einmal pro Woche über Mittag muss ich noch zusätzlich organisieren. Auch Babysitter brauche ich ab und zu, die ich im Bekanntenkreis finde. Da dies oft ein mühsames Herumtelefonieren mit sich bringt, habe ich mich beim Roten Kreuz angemeldet.

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