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eifam damals...Mitglieder erzählen

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Manfred Ellenberger
Manfred Ellenberger, Gründungsmitglied und erster Vizepräsident war alleinerziehender Vater von Zwillingen, damals 15jährig. In den Jahren 1980 - 1988 hat er im Vorstand mitgearbeitet.

Sehr skeptisch nahm ich damals zum ersten Mal an einem Treffen der "Arbeitsgruppe Alleinerziehender" teil, war ich doch einziger Mann unter Frauen. Doch ich wurde von den Frauen sehr gut aufgenommen. Daraufhin bin ich voll in die Arbeitsgruppe eingestiegen.

Als erstes organisierte ich ein Pfingstwochenende in Spirigen, dem weitere folgten. Dies wurde dann zur Tradition. Ich leitete 9 solcher Wochenenden.
1980 entstand aus der Arbeitsgruppe ein Verein. Zur Diskussion als Vereinsnamen standen: 'Eltern ohne Ehepartner' oder 'IG alleinerziehender Eltern'. Schlussendlich wurde der Name "Verein alleinerziehender Mütter und Väter, VAMV, Region Basel" gewählt. Ich wurde angefragt, ob ich das Präsidium übernehmen wolle. Doch ich lehnte ab: in einem Verein, dessen Mitglieder zur Hauptsache Frauen sind, sollte auch eine Frau als Präsidentin vorstehen.

So wurde Rosmarie Ness, leider viel zu früh verstorben, unsere erste Präsidentin. Als Vizepräsident habe ich weiter verschiedene Lager und Ausflüge organisiert, ein Kinderlager in Melchtal, einige Wochenenden im Schnee, Besuch des Technoramas und des Europaparkes usw. In lebhafter Erinnerung bleibt mir das Trekkinglager für Kinder im Elsass:

Kinder und Betreuer erkrankten an einer Darmgrippe und wurden von unzähligen Mücken geplagt. Doch die Stimmung war super. Eine weitere gute Erinnerung ist das Suchen und Finden von Wahlgöttis und Wahlgotten für unsere "Vereinskinder". Auf einen Aufruf hin fanden wir Frauen, Männer und Familien, die ein solches Ehrenamt übernehmen wollten und so Alleinerziehenden und ihren Kindern Bereicherung und Entlastung brachten.

Am Stammtisch, der einmal pro Woche stattfand, wurde viel diskutiert, gelacht und Fäden gesponnen. Als der Verein dann immer mehr Mitglieder gewann, und nicht mehr jede/r jede/n kannte, gründeten wir Quartiersektionen. Auch auf der politischen Ebene haben wir damals viel erreicht: unter anderem wurde auf unsere Initiative hin das Halbtagesheim "Kindernest" gegründet und im Verein Tagesschulen hatten wir Einsitz.

Bei meiner Trennung waren die Kinder 3 Monate alt. Zu jener Zeit war eine Teilzeitarbeit für Männer undenkbar, und da ich 100%ig erwerbstätig war, lebten meine Kinder im Heim. Jedes zweite Wochenende war ich voll für meine Kinder da – mehr Besuchsrecht hatte ich nicht im Heim, obwohl die Kinder bei der Scheidung mir zugesprochen worden waren.

Als ich dann mit Yvonne, meiner jetzigen Frau, zusammenzog, bildeten wir eine Patchworkfamilie mit 4 Kindern. Diese Zeit ist uns als sehr schwierig in Erinnerung. Aber mit Hilfe von aussen, einer guten psychologischen Begleitung, haben wir auch dies geschafft.

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Sigrid Feld
Sigrid Feld, Gründungsmitglied, war alleinerziehende Mutter eines Sohnes, damals 4jährig.
In den Jahren 1980 - 1992 hat sie im Vorstand mitgearbeitet.

"Wir sind eigentlich alles Leute, die sich der aktuellen Lebenssituation gegenüber zu einer positiven Haltung durchgerungen haben."
Zitat Rosmarie Ness, 1. Präsidentin des Vereins, 1980

Positive Haltung war auch meine Entscheidung, als ich aus heiterem Himmel mit 34 Jahren schwanger wurde und daraus ein grosses Geheimnis machen musste. Ich nahm es an, das Kind und das Schicksal, diesen Sohn allein in die Welt zu begleiten. Es galt umzuziehen in eine Wohnung, die sich im Haus meines Arbeitgebers befand, und ich war sehr erfinderisch darin, Beruf und Familie zusammenzubringen. Die Schwangerschaft war geheimnisvoll und eigentlich zuversichtlich - Orange, Farbe für Schutz und Heiterkeit, war meine Lieblingsfarbe, auch für die Babyausstattung. Meine Erfahrung: Indem ich Ja sage, sagen andere auch Ja und helfen mir.

Im ersten Jahr wollte ich meinen Sohn in meiner Nähe wissen. Der Stubenwagen war oft neben meinem Schreibtisch, und die erste Kinderfrau meines Sohnes war ein wunderhübsches Mädchen aus Island.

Die Schattenseite: Ich war oft sehr müde und vermisste das Zusammensein mit Freunden. Die Lösung: Sie kamen zu mir, und wir kochten zusammen. überhaupt ging es in dieser Situation immer wieder darum, optimale Lösungen für Diverses zu finden, und mit dem Üben brachte ich es darin beinahe zur Meisterschaft.

Nachdem mein Sohn laufen gelernt hatte, verbrachte er die Tage bei den Nachbarn, die ihm während vieler Jahre gute Tageseltern waren. Ich ergänzte an den Abenden und Wochenenden, was sie nicht bieten konnten. Zitat meines Sohnes, als er schon ein wenig nachdachte:

"Nana hat Locken, Nana kann fein kochen, Nana kann nähen und Hans-Peter kann Spielsachen flicken. - Aber weisst Du, in der Liebe, da habe ich es bei Dir besser."

Wie mich das tröstete! Für die Ferien waren meistens meine Eltern zuständig; es entwickelte sich zwischen ihnen und dem Enkel eine liebevolle Beziehung. Einmal im Jahr erlaubte ich mir eine Woche Ferien für mich allein. Erkenntnis: Abstand ist für die Mutter-Sohn-Beziehung erholsam und erneuernd.

So kamen wir heil durch die Jahre. Mein Sohn wurde vorzugsweise am Wochenende krank, weil ich dann für ihn da war. In der Schule wunderte sich der Lehrer und sagte es mir in guter Meinung: "dass das Kind einer Alleinerziehenden so problemlos und sozial sei". Meine Überzeugung zum Eineltersein: Es geht, wenn das Kind sich auf den einen Elternteil verlassen kann. Darin besteht auch die Anstrengung dieses Elternteils: Man kann die Verantwortung und Gestaltung nicht auf zwei Schultern verteilen und darf nie ausfallen. Inzwischen ist mein Sohn 24 Jahre alt, schaut kritisch in die Welt und sorgsam zu Freunden. Er studiert an der ETH Architektur und trägt orangefarbene Turnschuhe. Manchmal sehen wir uns zum Essen und haben ein gutes Gespräch miteinander. Ich denke, wir haben es zusammen gut gemacht; ich bin an den Aufgaben gewachsen und noch immer eine inwendig frohe Frau mit einem Herzen voller Dankbarkeit

Zum Verein, der damals, als ich mich engagierte, "Arbeitsgruppe Alleinerziehender Basel" hiess: Es war 1977, mein Sohn war gerade ein Jahr alt geworden. Ein Inserat im Katholischen Pfarrblatt machte mich aufmerksam. Ich wollte mich interessieren, vor allem aus Solidarität mit Alleinerziehenden. Laura Gaier hat es sich im Schoss der Caritas zur Aufgabe gemacht, eine Selbsthilfeorganisation mit Eineltern aufzubauen. Unverheiratet, ohne eigene Kinder, wurde sie doch eine wunderbare Mutter der Pilotgruppe, wusste Aufgaben und Verantwortung je nach Begabung zu verteilen - mir wurde bald einmal das Geld anvertraut - und als die 'Kinder' flügge waren, zog sie sich diskret zurück. Nun liest sie noch die Programmhefte und schaut von ferne zu, wie ihr Kind eifam sich entwickelt.

Es sei ihr herzlich gedankt für ihre ganz bewusste Mutterschaft und Pioniertat vor ungefähr 23 Jahren.

Allen Eineltern wünsche ich Mut zum Mutter-, Vatersein und hoffe, dass sie sich von Freunden und in der Gesellschaft getragen wissen.

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Margrit Jungen
Margrit Jungen, Gründungsmitglied, war alleinerziehende Mutter eines Sohnes, damals 14jährig.
In den Jahren 1980 - 1991 hat sie im Vorstand mitgearbeitet.

Als ich 1967 mit einem 1½ jährigen Kind alleinerziehend wurde, habe ich zwar von keiner Seite her eine abschätzende Bemerkung oder Blicke erfahren, aber ich hatte doch das Gefühl in einer unangenehmen Situation zu sein. Es war Hochkonjunktur, eine Stelle zu bekommen war nicht schwierig, dagegen hätte ich das Kleinkind nur in einem Heim (nur am Wochenende hätte ich es heimnehmen dürfen) unterbringen können. Alle Krippenplätze waren vergeben.

Ich fand dann eine Halbtagsstelle und einen Krippenplatz im Frauenspital. Um alles musste ich kämpfen, z.B. die Kinderzulagen. Für die Beibehaltung des angeheirateten Namens musste ich ein Gesuch stellen, das zuerst 500 Franken kostete, als ich anrief und fragte, ob alle Mütter so viel bezahlen müssten, sagte man mir es gäbe eine Spanne von 10 bis 500 Franken. Ich sagte, dass ich nur halbtags arbeite und musste dann nur noch 250 Franken bezahlen. Auch von der Steuerverwaltung erhielt ich so beiläufig die Nachricht, dass mir der Kinderabzug gestrichen sei. Auch hier musste ich darum kämpfen, dass ich den Kinderabzug erhielt (nachweisen, dass ich finanziell zu zwei Drittel für das Kind aufkomme). Wer die Steuerrechnung nicht mit seiner Steuererklärung überprüfe, der sei selbst schuld, wenn er zu viel Steuern zu entrichten habe, wurde mir gesagt.

Da auch die anderen Alleinerziehenden sicher die gleichen Probleme hatten wie ich und sicher auch so zu kämpfen hatten, fand ich es wichtig, eine Lobby für Alleinerziehende zu haben.

Ab Vereinsgründung war ich im Vorstand. So schrieb ich das Vereinsprogramm auf einem der ersten Textsysteme. Als dann Rosemarie Ness, unsere erste Präsidentin, verstarb, übernahm ich zusammen mit Manfred Ellenberger und Sigrid Feld das Präsidium. U.a. führte ich die Mitgliederliste und schrieb jeweils das Programm. Mein spezieller Schwerpunkt war eine Verbesserung der Besteuerung Alleinerziehender. In einem Arbeitskreis der Basler Frauenzentrale nahm ich Stellung zur "Basler Frauenuntersuchung". Während drei Jahren habe ich an der Vorbereitung des "Schweizerischen Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter", der 1984 in Bern gegründet wurde, gearbeitet. In diesem Vorstand bin ich seit Gründung des Verbandes.

Das Ziel des Vereins sollte eigentlich sein, dass sich die Lebenslage der Alleinerziehenden derart bessert, dass der Verein überflüssig wird. Allerdings ist der Verein auch ein soziales Netz und bietet Kontakte mit Betroffenen. Daher finde ich es wichtig, dass dieser Verein auch in Zukunft existiert.

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Agnes Mollenkopf
Agnes Mollenkopf, Mitglied seit 1980, war alleinerziehende Mutter zweier Kinder.
In den Jahren 1991 - 1997 hat sie im Vorstand mitgearbeitet.

Meine Kinder waren 4 und 6 Jahre alt, als ich alleinerziehend wurde. Damals (1980) gab es noch nicht so viele. In Lukas' Schulklasse waren sie zu zweit (und waren die beiden Klassenbesten, was mich natürlich sehr freute und gegen Vorurteile stark machte).

Ich selbst musste keine abschätzende Haltung oder Beleidigungen erdulden. Im Gegenteil, man bewunderte mich für die Leistung, die Kinder allein grosszuziehen.

Ich hatte das Glück, meine Arbeit von anfangs 30 % über 50 %, 60 % bis (1995) 80 % immer wieder anpassen zu können. Immer wenn ich mir Sorgen machte, wie es weitergehen soll, ging wieder ein "Türli" auf und ich konnte an meiner Arbeitsstelle wieder mehr arbeiten.

Zum Glück hatte ich eine liebe Nachbarin, meine Eltern (nach dem allzu frühen Tod meines so hilfreichen Vaters - meine Mutter), Schwiegereltern und Freundinnen, die während meiner Arbeitszeit meine Kinder betreuten, so dass ich nie bezahlte Fremdbetreuung in Anspruch nehmen musste. Über Mittag ging ich immer heim. Das gemeinsame Essen war mir sehr wichtig. Teils kochte ich vor und auch meine Kinder mussten (wöchentlich abwechselnd) vorbereiten, bis ich heimkam.

Für mich war der Verein wichtig, weil ich hier Gleichbetroffene traf und weil ich an den Wochenenden - wenn die "ganzen" Familien unterwegs sind - nicht allein sein musste.

Ein Wochenende im Monat verbrachten die Kinder bei ihrem Vater, was ich zum Ausruhen, Ausgehen und wieder Auftanken brauchte und genoss.

Nach alljährlichem Fragen von Sigrid Feld liess ich mich weichkriegen und übernahm im Vorstand das Amt der Kassierin. Doch es blieb nicht nur beim "Zahlebiige", sondern ich engagierte mich auch sonst sehr für den Verein und die Mitglieder.

Z:B merkten wir, dass wir die neuen Mitglieder - offenbar wegen Schwellenangst - nie zu Gesicht bekam, also führten wir die Neumitgliedernachmittage ein. Auch die Isolation von einigen Mitgliedern beschäftigte uns, so fingen wir an, Babysitter-Subventionen auszuzahlen. Was mir aber ab und zu eine schlaflose Nacht einbrachte, wenn ich meinte, es gehe nicht mehr weiter. Aber auch hier ging immer wieder ein "Türli" auf, d.h. es kamen Spenden.

Nun sind meine Kinder erwachsen (24 und 26) und ich bin seit gut 4 Jahren glücklich verheiratet. - Wenn ich gewusst hätte, dass ich "meinen Mann" noch treffen werde, wäre das Alleinsein, nie anlehnen zu können oder in den Arm genommen zu werden, die alleinige Verantwortung für die Kinder, manchmal leichter zu ertragen gewesen. Ich hoffe natürlich sehr, dass der Verein und die grosse Arbeit vieler engagierter Vorstandsmitglieder noch lange weiterwirkt. Denn die Alleinerziehenden erfüllen eine grosse Aufgabe und unter Gleichbetroffenen fühlt man sich geborgen und verstanden. Wir müssen einander gegenseitig helfen. Denn wenn es den Müttern gut geht, geht es auch unseren Kindern gut!

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Christoph Benkler
Christoph Benkler, Mitglied seit 1981, war alleinerziehender Vater zweier Söhne, damals 3- und 5-jährig.
In den Jahren 1983 - 1987 hat er im Vorstand mitgearbeitet..

Damals war es noch sehr ungewöhnlich, dass ein Mann seine Kinder alleine aufzog. Ich bin immer wieder auf Erstaunen und auch Mitleid gestossen.

Im Verein "Alleinerziehende Mütter und Väter, VAMV" konnte meine Gedanken mit "Leidensgenossinnen" und wenigen "Leidensgenossen" austauschen. Zudem lernte ich von den Erfahrungen früher Betroffener. Im Verein fand ich Geselligkeit und neue Freundschaften, da ich als Alleinerziehender viele langjährige Kontakte verloren habe (Distanz zum Ungewohnten).

Während 5 Jahren habe ich im Vorstand mitgearbeitet und viele Stunden investiert. Dabei habe ich meine jetzige Frau, Evi, kennengelernt.

Christoph und Evi haben zusammen 5 Kinder, je zwei haben sie mit in die Ehe gebracht, diese sind heute erwachsen. Fabian, ihr gemeinsamer Sohn, ist heute 9 Jahre alt.

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Margrit von Felten
Margrith von Felten, Gründungsmitglied, Ex Nationalrätin, war alleinerziehende Mutter zweier Töchter, damals 8- und 10jährig. Heute hat Margrith eine Enkelin und einen Enkel.

Ohne Vater aufwachsen – das muss ja schief gehen! Diese Einstellung bekam ich vor allem von LehrerInnen meiner Töchter zu spüren – bis in die 90er Jahre. Ich selbst war seit den 70ger Jahren in der Frauenbewegung aktiv. Ich wusste: Väter bringen in der Regel mehr Probleme als Segen ins Familienleben, selbstverständlich gab es schon immer Ausnahmeväter, aber eben - das waren Ausnahmen. Wir hatten eine gute Zeit als Drei-Frauen-Haushalt - so auch die Meinung meiner inzwischen erwachsenen Töchter.

Als der Vater meiner Kinder starb, war ich 27 Jahre alt, hatte einen guten Beruf gelernt und bekam Witwenrente. Ich konnte frei entscheiden, wie ich mein Leben mit meinen beiden Töchtern organisieren wollte. Eine privilegierte Situation als Alleinerziehende! Ich wollte berufstätig sein, weil ich für mein inneres Gleichgewicht auf anregende berufliche und politische Kontakte angewiesen war.

Für mich war aber auch klar, dass meine Kinder nicht ausser Haus betreut werden sollten. Die optimalste Lösung für mich: ich bot eine Vor-Praktikumsstelle in meinem Haushalt an. Acht Jahre lang arbeiteten angehende Kindergärtnerinnen, Kleinkindererzieherinnen und Sozialarbeiterinnen halbtags bei mir, während ich in den Kleinklassen unterrichtete. Als beide Kinder schulpflichtig waren, kam ich ohne Hilfe aus. Ich arbeitete im gleichen Schulhaus, in das meine Töchter gingen. Nach der Primarschulzeit meiner Töchter nahm ich mein Jus-Studium auf. Lehrbücher und Gesetze büffelte ich vorwiegend zu Hause. Mein "Kopf" aber war zunehmend bei Studium und Politik. Meine Töchter wurden sehr selbständig.

Aus ideellen Gründen bin ich bei der Gründung des VAMV diesem sofort beigetreten. Ich dachte: Super, absolut notwendig! Genau dieser Verein fehlte mir vor acht Jahren, als ich von einem Tag auf den andern nicht mehr zu den "Normalen" dieser Gesellschaft gehörte. Belastend waren als Alleinerziehende für mich vor allem Wochenenden, Feiertage und Ferien. Das waren die Tage, die für das "geschlossene" Familienleben mit Vätern reserviert waren. Meine Programmvorschläge stiessen jeweils nicht auf sehr grosse Begeisterung seitens meiner Töchter. Sie hätten lieber Freizeit mit ihren Freundinnen verbracht.

Ich bin seit 20 Jahren überzeugtes Passivmitglied der eifam. Das Ziel des Vereins sehe ich immer noch gleich: eine Gesellschaft, die sich am Wohl der Kinder und deren Eltern orientiert. Der Verein wird noch lange nütig sein als Selbsthilfeverein und als politische Lobby. Wichtige Themen für die nächsten Jahren: Armut und working poor, Vielfalt der Patch-Work-Familien, Auswirkungen des neuen Scheidungsrechts.

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